Anliegerangst

Halil Koyuncu beruhigt

Villingen-Schwenningen. „Anlieger haben richtig Angst“, so übertitelt eine Lokalzeitung die spontanen Empfindungen von Anliegern, nachdem sie im Zuge einer sogenannten Anliegeranhörung davon Kenntnis erlangten, daß in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld in einem bislang industriell genutzten Gebäudetrakt mitten in der Stadt – einem sozialen Brennpunkt in direkter Nähe eines Jugendhauses – quasi von heute auf morgen rund 150 Asylanten einquartiert werden sollen. 

Neben den Vertretern der verschiedenen Kirchen, das ist für die eine Pflichtübung, ist auch der SPD-Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon, ein praktizierender Katholik, wie man hört, sehr darum bemüht, die Wogen der Entrüstung klein zu halten. So wird beispielsweise die Eröffnung eines Weihnachtsmarktes dazu instrumentalisiert, den vorweihnachtlichen Gemütsregungen von Nächsten- und Fremdstenliebe Raum zu geben. Auch die Weihnachtsgeschichte an sich, mit dem Jesuskindlein, der Flucht (allerdings nach Ägypten!) und Beherbergungssuche (z.B. Stall oder Schuppen mit Futterkrippe) wird in allen denkbaren Facetten für die mühsame Übertünchung politischer Fehlleistungen mißbraucht.

In allzu herzlichem und vor Fremdenliebe überbordendem Gefühlsdusel müht sich, medienmäßig von äußerstem Wohlwollen begleitet, Herr Halil Koyuncu ab. Herr Koyuncu beruhigt die überrumpelten Anlieger unter anderem mit der umwerfenden Aussage, daß diese keine Angst zu haben bräuchten und es doch nur arme und traumatisierte Menschen wären, die da aus fernsten Ländern kommend, Einzug zu halten gedächten. Auch er, Halil Koyuncu, wäre vor langer Zeit, nur mit einem Koffer in der Hand ins gelobte bundesrepublikanische Deutscheland gekommen und habe sich zwischenzeitlich so weit hochgeschuftet, daß er es zum erfolgreichen Unternehmer gebracht habe, der nun in der Lage ist, das fragliche Gebäude dem Landkreis als Asylbewerberheim – für gutes Geld, versteht sich – anbieten zu können. Und im Übrigen will er den armen Flüchtlingen doch nur – aus rein humanitären Gefühlsregungen versteht sich – helfen, ein Dach über dem Kopf zu bekommen. Aha, daher also weht der sanftmütige Wind!

Am Rande darf darauf hingewiesen werden, daß sowohl der CDU-Landrat Hinterseh (Schwarzwald-Baar-Kreis), wie auch der SPD-Oberbürgermeister Kubon (Villingen-Schwenningen), in einer Art großen kommunalpolitischen Koalition dafür gesorgt haben, daß sowohl die Bürgervertretungen (Kreistag und Gemeinderat), wie auch die Bürgerschaft, erst so spät, wie irgend nur möglich, von dem Asylantenwohnheimhandel des aus der Türkei kommenden, mit dem Leid Dritter Geschäfte machenden Halil Koyuncu etwas in Erfahrung bringen konnten. Von wegen und so zeitnahe Einbindung der Bürgerschaft in das kommunale Geschehen, gläserne Verwaltung usw. Wenn es ernst wird – alles Schall und Weihrauch!  -  „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt …“


Mit vorweihnachtlichen Adventsgrüßen

Jürgen Schützinger – Kreis- u. Stadtrat, Pressesprecher –

PS: Manche Zeitgeistgerechten sind insgeheim froh, daß es dieses Stadtquartier und nicht das ihrige trifft. Sollen sich mal nicht zu früh freuen, wenn das mit dieser antideutschen Überfremdungspolitik so weiter geht, trifft es früher oder später jeden mal. Es ist eine Frage der Zeit und der politischen Umstände.