Musterländle

 Starkes Baden-Württemberg

Villingen-Schwenningen. Den jüngst bekanntgewordenen Zahlen und Daten des Landesamtes für Statistik in Stuttgart ist zu ersehen, daß sich Baden-Württemberg im nationalen, wie auch im internationalen Ländervergleich in jeglicher Hinsicht auf hohem Niveau sehen und messen lassen kann. So nennen beispielsweise rund sechs Millionen Baden-Württemberger ein Auto ihr Eigen. Auch in Sachen Arbeitsplätze geht es den Menschen im Südwesten vergleichsweise gut. Dieses positive Ergebnis ist allerdings weniger der herrschenden Politik, als dem Fleiß, Erfinderreichtum und sprichwörtlichem Pflichtbewußtsein der baden-württembergischen Deutschen zuzuschreiben. Inwieweit und in welchem Maß die gut 1,2 Millionen nichtdeutschen Ländlesbewohner an der BaWü-Erfolgsgeschichte beteiligt sind, dies zu beurteilen, mag dem geneigten Leser vorbehalten bleiben. Hier hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungswerte einzubringen. Wobei auch hier gilt: Verallgemeinerungen gelten nicht!

Betreffs Ausländeranteil liegt das Ländle im BRD-Vergleich mit (offiziell!) rund 11,4 Prozent hinter Hamburg (12,9 %), Berlin (12,6 %), Hessen (11,7 %) sowie Bremen (11,6 %) an fünfthöchster Stelle. Die meisten „Baden-Württemberger“ mit ausländischen Wurzeln kommen mit reichlich 22 Prozent aus der Türkei. Anzumerken ist, daß bei solchen amtlichen Zahlenspielereien davon ausgegangen werden kann, die zahlreich eingedeutschten Papier-Bundesrepublikaner und Doppel-/Mehrfachstpäßler auf Seiten der echten Deutschen gelistet zu wissen.

Den neusten Erhebungen der Ländles-Statistiker zufolge ist auch zu erfahren, daß sich Baden-Württemberg bei einer Wirtschaftsleistung im Jahr 2012 in Höhe von 389 Milliarden Euro sehr wohl mit dem Stand von Schweden, Belgien oder Polen, um nur einige Beispiele zu nennen, vergleichen läßt.

Erst recht beachtenswert steht Baden-Württemberg da, wenn man berücksichtigt, daß im Erhebungsjahr 2012 seitens des Landes rund 3 Milliarden Teuro in den bodenlosen Topf mit dem Etikett „Länderfinanzausgleich“ auf ein Nimmerwiedersehen geworfen wurden. In dem Teil Deutschlands, der als „BRD“ firmiert, gibt es bekanntlich aktuell 16 Glieder, sprich Bundesländer. Von diesen zahlen gerade mal noch deren drei in den Länderfinanzausgleichstopf ein. Es sind dies neben dem Musterland Baden-Württemberg noch Bayern und Hessen. Alle anderen halten sich schadlos und leeren den großen Topf Jahr für Jahr. Größter Profiteur dieser anachronistischen Verfahrensweise ist, wen wundert`s (?), das woworeite Sexy-Berlin. Einzig Baden-Württemberg löhnt seit 1950 ununterbrochen. Die Nehmerländer sind Jahr für Jahr auf ein Neues erfreut, so ein zahlungswilliges Geberland an ihrer Seite zu haben.  Daß sich die grün-rote Landesregierung mit den Herren Kretschmann und Schmid an der Spitze dies widerstandslos gefallen läßt, ist ein Politikum, das seinesgleichen sucht.

Gemäß Artikel 25 der baden-württembergischen Landesverfassung geht „die Staatsgewalt vom Volke aus.“

Gemeint ist „das Volk von Baden-Württemberg“ (Art. 2 LVerf. BW), versteht sich. Auch in diesem Fall wäre eine Volksabstimmung durchaus angebracht. Für nationale - also dem Volk verpflichtete – Politiker, ist das eine pure Selbstverständlichkeit!

Mit baden-württembergischen Erfolgsgrüßen

Jürgen Schützinger – Kreis- u. Stadtrat, Pressesprecher –