SCHMÄHKURIER

Von wegen Wahrhaftigkeit …

Villingen-Schwenningen. Immer dann, wenn das südbadische Verbildungsblödblatt SÜDKURIER seine Preise erhöht, was in steter Folge geschieht, beginnt dies, um die Leserschar so richtig einzustimmen, mit viel viel Eigenlob. Da ist dann zum Beispiel zu lesen, daß „Nachrichten aus der Region unverändert wertvoll und gefragt“ blieben. SÜDKURIER-Chefredakteur Stefan Lutz trifft in diesem Zusammenhang folgende, geradezu sensationelle Feststellung: „Die Menschen wollen wissen, was in ihrer Umgebung passiert. Sie wollen wissen, warum manches prima läuft und anderes nicht.“

Genau darum geht es, Herr Chefredakteur! Man sollte sich allerdings seiner Bezugspreiserhöhungsfloskeln auch im alltäglichen Presseleben erinnern. Da scheint dieser Zeitungsspezialdemokrat aber völlig überfordert zu sein. Denn wie anders erklärt sich die nachfolgend wiedergegebene schriftliche Darstellung des feinen Herrn, veröffentlicht nach erfolgter Preiserhöhung, versteht sich. Zitat: „Als Chefredakteur des Südkurier erwarte ich von meinen Mitarbeitern, dass sie jederzeit gegen Fremdenhass Position beziehen und rechtsgesinnten Tieffliegern die Stirn bieten. Das hat etwas mit Haltung zu tun.“

Der in strammer Haltung „demokratisches“ (?) Pressegeschäft betreibende Oberpressezunftschreiber ist auch – zumindest geistig, falls der Grundstoff für derartiges vorhanden sei – dafür in Verantwortung zu nehmen, daß in seinem – in weiten Landesteilen – Monopolblatt auch so gut wie keine rechten Leserbriefe veröffentlicht werden. Diese werden zum allermeisten Teil den Menschen (seinen Noch-Lesern) einfach unterschlagen, obwohl sie doch, wie Lutz an anderer Stelle schreibt, wissen wollen was passiert und „warum manches prima läuft und anderes nicht.“

Dem „Pressekodex“ (Ziffer 1) des Deutschen Presserates ist beispielsweise zu entnehmen, daß „die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit“ das „oberste Gebot der Presse“ sei. An Herrn Chefredakteur Lutz, der seinen Mitarbeitern meinungs- und gesinnungstreues Verhalten abverlangt, geht so was spurlos und meilenweit vorbei.

Der „Pressekodex“ im allgemeinen scheint den Meinungszensor überhaupt nicht zu interessieren. Ansonsten müßte er wissen, daß Ziffer 10 davon ausgeht, daß die Presse „darauf verzichtet … weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.“ Für den SCHMÄHKURIER sind und bleiben rechte Leut`, die sich ihrer patriotischen Gesinnung nicht schämen, zur allgemeinen Schmähung ausgesetzte Unpersonen.

Fazit: SÜDKURIER – NEIN - Danke!

Mit unzensierten Grüßen

Jürgen Schützinger – Kreis- u. Stadtrat, Pressesprecher –