Der feine Unterschied:

Deutsche aus Rußland – „Flüchtlinge“ aus aller Welt

Villingen-Schwenningen. In den 1990er Jahren kamen viele Deutsche aus Rußland – sogenannte Rußlanddeutsche – in die Helmut-Kohl-Bundesrepublik Deutschland. Für diese Personen – meistenteils Familien – fanden sich seinerzeit keine gutmenschlichen Bahnhofsklatscher oder Refugees-welcome-Spinner – handelte es sich bei den Neuankömmlingen doch nur um eigene Landsleute, die nach langen Jahrzehnten der Entbehrung, Entrechtung und Drangsalierung in ihr deutsches Heimatland zurückkehren wollten.

Der damalige baden-württembergische SPD-Wirtschaftsminister Dieter Spöri (Stuttgart) gemäß Focus (10/1996): „Es ist unverantwortlich, trotz der schlechten Arbeitsmarktsituation Menschen einwandern zu lassen, die keine Stelle bekommen und durch die nur die Sozialhilfeetats explodieren.“ Der seinerzeitige Ministerpräsident und spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) warnte gar vor einer „Einwanderung direkt in die sozialen Sicherungssysteme“ und schürte so die Sozialkonkurrenz ebenso, wie sein Parteivorsitzender, Genosse Oskar Lafontaine. Der Saarländer begründete seine Forderungen nach „sozial-verträglicher Begrenzung der Aussiedler-Zuwanderung“ mit Millionen fehlender Arbeitsplätze (derzeit haben wir rund 3 Millionen Arbeitslose) und Wohnungen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein Leseabschnitt aus dem Spiegel (Nr. 10/1996):

„Unbeeindruckt legt Lafontaine mit seiner „ganz rationalen Betrachtung“ jetzt erst richtig los. „Die Haushalte der Gemeinden sind überlastet.“ Man stelle sich vor, „die Engländer regelten die Zuwanderung nach irgendwelchen Abstammungsregeln.“

Schlußwort:

Es ist schon erstaunlich, wenn man vergleicht, wie die damaligen Parteioberen gegen die sogenannten Rußlanddeutschen versucht waren, Stimmung zu machen und wie sie heutzutage die Allerwelts-Migranten-Flüchtlinge in Watte gepackt umgarnen und allseits willkommen heißen.

Jürgen Schützinger – Kreis- u. Stadtrat