Leserbrief zum Artikel „Speed-Dater“ weichen aus“, erschienen am heutigen Tage:

Armutszeugnis

Die Speed-Dater-Macher der geplanten Jungwähler-Veranstaltung stellen sich ein Armutszeugnis aus, in dem sie mit ihrem Infoabend vom städtischen Jugendhaus in private Räumlichkeiten ausweichen, nur um den jungen Leuten die Chance zu nehmen, auch das erfahren zu dürfen, was ich, als Spitzenkandidat der demokratisch-patriotischen Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH) anläßlich einer kommunalpolitischen Diskussion und allgemeinen Fragestellung zu sagen habe. Vor was haben diese Jugendfunktionäre eigentlich Angst? Eventuell davor, daß dem einen oder anderen Jugendlichen klar werden dürfte, wie falsch man bislang über mich und meine politischen Vorstellungen „informiert“ hat? Sehr wahrscheinlich, daß dieses der eigentliche Grund ist. Eine panische Angst vor besseren Argumenten und politischen Zielvorstellungen, die auch Jugendliche für gut erachten könnten? So mag es wohl sein.

Ein Armutszeugnis auch dahingehend, daß die Berufsjugendlich-Erwachsenen „ihren“ Jugendlichen offensichtlich kein eigenes - und vor allem unbefangenes Urteilsvermögen zugestehen. Die Jugend hat eine derartige politische Bevormundung und Gängelung nicht verdient. Sie verfügt über genügend eigenes Urteilsvermögen und so viel Gerechtigkeitsempfinden, daß sie eine derartige Entmündigung durch eine politisch-schwachbrüstige Veranstalterriege sich eigentlich nicht gefallen lassen muß.

Das grundgesetzlich gewährleistete Recht auf ungehinderte Informationsfreiheit wird den Jugendlichen im konkreten Fall vorenthalten - zum Schaden unserer politischen Kultur!

Jürgen Schützinger